Kunst-Stücke

Was ist neu in der Galerie im Alten Kaufhaus? Monatlich werfen wir einen Blick auf ungewöhnliche Skulpturen und Bilder verschiedener Künstler. Das „Kunst-Stück“ des Monats widmet ihnen an dieser Stelle eine Bildbetrachtung.

Vater und Sohn sind als Schattenfiguren vor einem hell erleuchteten Hintergrund dargestellt. Was findet statt? Eine Lichtexplosion? Ein expressiv dargestellter Sonnenauf- oder -untergang? Ob es sich um eine bedrohliche Situation oder lediglich um ein Naturphänomen handelt – mit dieser Frage konfrontiert der Künstler Armando Mariño die Betrachter seiner Bilder häufig. Beide Personen lässt er durch knietiefes Wasser waten, ihre Schuhe tragen sie in der Hand. Ihre Gesichtszüge liegen weitestgehend im Schatten, doch meint man, in dem Gesicht des Jungen, der wenige Schritte hinter seinem Vater geht, einen neugierigen, taxierenden Ausdruck zu erkennen. Die Körperhaltung des Mannes strahlt hingegen Entschlossenheit aus, sein Blick ist konzentriert nach vorn gerichtet. Während der Hintergrund von einem grell-lodernden Licht bestrahlt wird, bewegen sich die zwei Protagonisten in einen dunklen Bereich hinein; der halbrunde Lichtausschnitt erinnert an einen Höhleneingang.

Zu Armando Mariños Stilmitteln zählt die starke Farbgebung und das Arbeiten mit harten Hell-Dunkel-Kontrasten; erstaunlich, wenn man bedenkt, dass er sich ausschließlich der Aquarellmalerei bedient, die vor allem für ihre Transparenz bekannt ist. Was uns in Mariños Bildern begegnet, sind die stark herausgearbeiteten Licht- und Schattenbereiche, die ihnen etwas Mystisches, Traumwelt-Ähnliches verleihen. Seine Szenarien lässt er an fiktiven Orten spielen, erfindet Schauplätze, die seinen Bildinhalten als Bühne dienen. In diese setzt er seine Protagonisten hinein, die allesamt Reisende zu sein scheinen – auf der Suche nach einer Heimat, vielleicht auch auf der Suche nach Selbsterkenntnis. Damit reiht sich der aus Kuba stammende Künstler in eine kreative Bewegung ein, die seit einigen Jahren die sich rege entwickelnde kubanische Kulturlandschaft prägt. Die Kunst ist dort zu einem Rahmen geworden, in dem eine demokratische Zukunft diskutiert wird. Vergleicht man heutige Arbeiten mit der kubanischen Kunst der 90er-Jahre, ist deutlich zu erkennen, wie sehr sich die Bildsprache gewandelt hat. Sie scheint abgeklärter, weniger politisch. Kritik am Regime lässt man, wenn überhaupt, subtil einfließen. Stattdessen tritt zunehmend die Frage nach der eigenen Identität in den Vordergrund.

Künstlersteckbrief:
Armando Mariño wurde 1968 in Kuba geboren. Er studierte Kunst in Havanna und Santiago de Cuba sowie an der Rijksakademie van Beeldende Kunsten in Amsterdam. Seine mehrfach ausgezeichnete Malerei ist in internationalen Einzel- und Gruppenausstellungen sowie in privaten und öffentlichen Sammlungen vertreten. Mariño lebt und arbeitet heute in New York.

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